Die Profitgier der Pflegekonzerne

Privatisierungen sind bereits seit Jahren Alltag im deutschen Pflegesystem. Egal ob Krankenhäuser, Altenheime oder andere Pflegeeinrichtungen, die Investoren setzen oft auf Profitmaximierung. Dies geschieht auf Kosten der Pflegenden und der Pflegebedürftigen. Durch die gravierenden Einsparungen haben die Betreuer kaum Zeit für ihre Patienten und Patientinnen und arbeiten diese wie am Fließband unter höchstem Zeitdruck ab, darunter leidet die Qualität der Pflege und die Betreuung der Menschen.

Die Krankenkassen und die Groko-Sondierer zanken sich, ob und wer für Tarifsteigerungen in der Pflege bezahlen muss. Der Streit darüber ist müßig, solange der Pflegenotstand nicht grundsätzlich angegangen wird. Tausende Stellen sind schon jetzt unbesetzt, u.a. weil die Arbeit zu schlecht bezahlt wird. Insgesamt brauchen wir 100 000 Pflegekräfte mehr, um die Gesundheit vieler Patienten und Pflegekräfte nicht weiter zu gefährden. In der Altenpflege sieht es nicht besser aus. Was könnte helfen? Eine solidarische Gesundheits- und Pflegevollversicherung, in die wirklich alle einzahlen, auch Politiker, Beamte und sonstige Spitzenverdiener. Und es muss das Streben nach Profit im Gesundheitsbereich beendet werden, denn Gesundheit ist keine Ware. In diesem kleinen Film zeigen wir, was in der Pflege geleistet wird und wie Privatisierungen und Kürzungen im Gesundheitssystem Menschen in die Verzweiflung treibt.

Posted by DIE LINKE on Donnerstag, 11. Januar 2018

 

Ursprünglich war der Dienst geplant mit einer Pflegekraft und einer Hilfskraft. Da die Hilfskraft gekündigt hat, wurde der Praktikant eingeplant, der aber kurzfristig auf die Intensivstation versetzt wurde. Somit bin ich allein für 32 Patienten verantwortlich, davon sind neun zu überwachen, eine Patientin liegt im Sterben, vier Neuaufnahmen, zwei umtriebige und stark stürzgefährdete demente Patienten, eine Isolation bei MRSA, eine instabile Patientin, ein Patient, der eine Beatmungsmaske tragen muss, sie aber nicht akzeptiert, zwei entgleiste Blutzuckerpatienten, ein Patient kommt eingekotet von der zentralen Aufnahme.

Zitat aus einer Gefährdungsanzeige in einem deutschen Krankenhaus.
Leider ist dies keine Ausnahme, sondern Alltag in immer mehr Pflegeeinrichtungen. Es ist schlimm und traurig zugleich mit anzusehen, wie unsere Gesellschaft immer mehr pervertiert und der Profit von Wenigen über dem allgemeinen Interesse und der Gesundheit der Menschen steht.

3 Gedanken zu „Die Profitgier der Pflegekonzerne“

  1. Eine Krankenschwester schreibt Klartext an Gesundheitsminister Spahn:
    „Es ist uns ein dringendes Anliegen, Ihnen zu verdeutlichen, dass für eine menschliche Daseinsfürsorge mehr nötig ist, als Ihre ignoranten und diffamierenden Worte der letzten Wochen gegenüber den Menschen, die unsere sozialen Absicherungen dringend benötigen. Mit Krankheiten unnötiges Geld zu verdienen, mag für Sie in Ordnung sein und auch Ihren Geldbeutel füllen, für uns ist das unethisch und verwerflich, Leistungen zu verkaufen, die dem Patienten nicht dienen.“ Jens Spahn ist sicher hoch qualifiziert, als Lobbyminister für die Pharmabranche.

    Damit das Gesundheitssystem wieder auf die Beine kommt, braucht es u.a. mehr Personal und bessere Löhne, eine Gesundheits- und eine Pflegevollversicherung, in die alle, auch Beamte, Politiker, Selbständige und Superreiche mit allen ihren Einkommen einzahlen. Auch eine bessere ambulante Versorgung in Stadt und Land mit kürzeren Wartezeiten bei Ärzten wäre so finanzierbar.

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